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Hunde und ihre Halter im Glück

 

Nach jahrelangen Verhandlungen mit den Behörden ist der Fortbestand der Hunde-Ranch in Rodgau (Kreis Offenbach) gesichert.

Rodgau - „Hoffnung für die Hunde-Ranch“ titelte die Frankfurter Rundschau im März 2014: Damals zeichnete sich vorsichtig eine Einigung zwischen den Betreibern der Hundetagesstätte im Stadtteil Dudenhofen und den Behörden ab. Bis die Betreiberfamilie Kirchner endgültig aufatmen konnte, sollten noch drei Jahre vergehen. „Jetzt liegen aber alle Unterlagen vor und wir haben mit den Behörden Übereinkommen erzielt“, sagt Stefan Kirchner, „mein Traum, die Hunde-Ranch, kann weitermachen.“

2012 erwarben Stefan und Ilka Kirchner das über 2000 Quadratmeter große Gelände nahe des Opel-Areals an der Abfahrt Dudenhofen. Der gelernte Koch wollte hier seinen Traum, eine Tagesstätte für Hunde, verwirklichen. Unter großem Aufwand richtete das Ehepaar das zuvor als Vereinsheim einer Motorrad-Gruppe genutzte Haus her und legte einen großen Hundeauslauf an.

Dann aber begannen die Probleme: Die Untere Naturschutzbehörde meldete Bedenken an, da der Hundeauslauf die am Boden brütenden Vögel vertreiben würde, zudem waren Bau- und Nutzungsgenehmigungen für das Haus nicht auffindbar. Obwohl das Haus auf dem Grundstück jahrelang als Wohnhaus genutzt wurde, fehlte ein entsprechender Beleg, dass die Umwidmung vom Wochenendhaus zum Dauerwohnsitz bereits 1965 behördlich genehmigt worden war.

„Für uns war das eine schwere Zeit“, sagt Stefan Kirchner. Zwei Tage, nachdem das erste Kind des Paares geboren war, fanden sie einen Räumungsbescheid im Briefkasten. „Wo hätten wir hingehen sollen mit einem Kleinkind und fünf Hunden? Das hat uns viele Sorgen bereitet“, sagt Ilka Kirchner. Das Paar beschloss, um ihre Zukunft zu kämpfen und verhandelte mit den Behörden. „In unserem Bekanntenkreis sagten alle, dass es aussichtslos sei und wir besser aufgeben sollten“, sagt der 43-Jährige.

Einigung mit Behörden
Ende vergangenen Jahres folgte die Einigung mit der Baubehörde des Kreises, das Haus darf als Wohnhaus genutzt werden. Auch mit der Unteren Naturschutzbehörde einigten sich die Kirchners: Als Ersatz für die weggefallene Fläche für Bodenbrüter kaufte das Paar eine 4000 Quadratmeter große angrenzende Fläche an und richtete dort drei „Feldgehölzinseln“ für Vögel ein. „Die Thematik der Vögel hatten wir einfach unterschätzt“, sagt Ilka Kirchner, „wir dachten, hier, umgeben von Verkehr, würden keine Vögel brüten.“

Tatsächlich seien aber sogar seltene Vögel nahe des Opel-Areals und der Bundesstraße 45 beheimatet. „Der bedrohte Gartenrotschwanz ist hier, auch verschiedene Fledermäuse“, sagt Stefan Kirchner. Noch umgibt ein Zaun die Ausgleichsfläche, wenn die dortigen Anpflanzungen größer seien, werde der aber entfernt. „Ja, das hat noch einmal richtig Geld gekostet, aber dafür können wir hier bleiben“, sagt er. Drei Kinder hat das Paar inzwischen, das nun hoffnungsvoll in die Zukunft schaut.

Durch ihre Kunden hätten sie viel Unterstützung erfahren. „Berufstätige und Senioren nutzen unser Angebot hauptsächlich“, sagt er. Rund 20 Hunde sind am Tag im Auslauf und dürfen miteinander toben. „Nun, da wir wissen, dass wir weitermachen können, werden wir das Gelände weiter ausbauen“, sagt Ilka Kirchner. Mehrere Hundehütten sollen gebaut, das große Hundehaus von außen renoviert werden. Auch ein Schwimmteich für ihre vierbeinigen Schützlinge ist geplant. „Mein Mann hat da schon einen Entwurf entwickelt“, verrät die 34-Jährige. Ansonsten bliebe der Familie nur ein Wunsch: „Gesundheit. Das ist alles, was wir uns noch wünschen“, sagt sie und lächelt.