Stefan Kirchner - Stefan Kirchner - Hunderanch Rodgau

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Stefan Kirchner

Über uns
"Ein Grundübel in der Beziehung des Menschen zu den Tieren ist die Unkenntnis über deren Wesen, ihre Vermenschlichung und damit letztendlich auch die Missachtung ihrer Eigenart."
(Dr.Erik Zimen)
Im Jahre 1974 erblickte ich in Schwaz / Tirol zwischen kalten Hundenasen das Licht der Welt. Meine Eltern wohnten damals im Haus meines Großvaters, welcher als leidenschaftlicher Jäger Tiroler Bracken züchtete und zur Jagd ausbildete. Als ich ca. 6 Monate alt war, zogen meine Eltern mit uns um und Fello, ein 12 Wochen alter Deutscher Schäferhund Rüde zog gleich mit ein. Er entwickelte sich naturgemäß etwas schneller als ich und übernahm bald die Vaterrolle für mich. Er war mein Aufpasser, Spielkamerad und bester Freund. Alle Erinnerungen in meiner frühen Kindheit hängen mit ihm zusammen. Meine schönsten Erlebnisse habe ich ihm zu verdanken. Gleichzeitig auch das Schlimmste.

Mein Vater hat auf den Ratschlag "guter Freunde" hin angefangen Fello zum Schutzhund auszubilden. Er sollte ja schließlich auf die Tankstelle aufpassen, die meine Eltern damals betrieben. Bei diesen, durchaus auch heute noch angewandten Ausbildungsmethoden sind Fehlerquellen leider nicht auszuschließen und so wurde Fello unkontrollierbar aggressiv.
Mein Vater war der Einzige, der ihn annähernd unter Kontrolle bringen konnte. Mich hat er nach wie vor geliebt, als wäre ich sein Welpe, doch für alle Anderen, einschließlich meiner Mutter und meiner Schwester, wurde er zur Gefahr. So entschlossen meine Eltern, sich von ihm zu trennen. Ich verstand mit meinen 4,5 Jahren natürlich gar nichts. Als mein Vater Fello ins Auto packte, was sonst so gut wie nie vorkam, fragte ich ihn was er macht und ob ich mitkommen darf. Er sagte, er fahre mit Fello in den Wald und wäre gleich wieder da. Er kam auch bald wieder, leider ohne meinen besten Freund. Von da an holte mich mein Großvater oft zu sich und seinen Bracken, um mich abzulenken. Und auch mein Onkel, der Lawinenhunde besaß und ausbildete, kümmerte sich um mich.
Als ich in die Schule musste, zogen wir nach Salzburg und eine Hundelose Zeit begann. Nach einer Lehre als Koch und mehreren Jahren des mal da, mal dort arbeitens, was in der Gastronomie durchaus üblich ist, beschloss ich zusammen mit meiner damaligen Frau, in Bramberg sesshaft zu werden. Wir kauften ein Häuschen, renovierten es und dabei lernte ich durch einen Bekannten, der mir half, Reccie kennen. Er war mit seinen 12 Monaten bereits durch 3 Hände gegangen und schließlich wieder beim Züchter gelandet. Schon als er mich das erste Mal mit seinen braunen Kulleraugen ansah, war es um mich geschehen und je öfter wir uns sahen, umso klarer wurde, wir gehören zusammen.
Nach der Trennung von meiner Frau, begleitete er mich in die Schweiz, nach Salzburg und schließlich ins Rodgau. Weil nichts im Leben grundlos passiert, verletzte Reccie sich bald an der Pfote, und wir lernten über Umwege eine Tierärztin und ihre beiden Hündinnen kennen. So entstand schon bald aus 2 kleinen Rudeln 1 Größeres und meine damalige Partnerin unterstützte mich in meiner Idee Hunde zu meinem Beruf zu machen.
2004 begann ich also mich  voll und ganz auf das Thema Hundeerziehung zu konzentrieren. Ich besuchte Seminare, machte Praktika bei Hundetrainern und Tierpsychologen. Die Bücher wurden immer mehr und unser Rudel wuchs erst auf 4, dann auf 5 Hunde an. Es war faszinierend zu sehen, wie toll Hunde reagieren, wenn man erst einmal den Zugang zu ihnen gefunden hatte. Ebenso faszinierend aber war es, die Hunde zu beobachten, wie sie miteinander umgehen und kommunizieren und das tat ich ausgiebig. Ausgesprochen Interessant wurde es immer, wenn wir Hundebesuch hatten. Manche blieben für einige Tage oder Wochen, andere begleiteten uns tagsüber auf unseren Streifzügen durch Wald und Wiesen. Das gab mir die Gelegenheit, teilweise bis zu 9 Hunden verschiedenster Rassen und Altersstufen in ihren sozialen Umgangsformen zu beobachten und von ihnen zu lernen.
Mein größter Lehrmeister war wieder einmal Reccie, der mit seinen damals 6 Jahren als nicht sehr großer, aber gestandener, unkastrierter Boxerrüde das Hunderudel "befehligte". Er war immer eine ausgesprochen ruhige, aber sehr konsequente Führungspersönlichkeit, die es aber durchaus verstand, auch mit körperlichen Einsatz seine Privilegien durchzusetzen, oder Ruhe herzustellen, wenn z.B. jemand zu aufmüpfig war oder andererseits gemoppt wurde.
Ich las Hundebücher, besuchte weiterhin Seminare und beobachtete Hunde und 2006 eröffnete ich meine Hundeschule. Um meinen praktische Erfahrungen auch einen wissenschaftlichen Hintergrund zu geben, begann ich bei der ATN (CH) ein Tierpsychologie Studium, welches ich im Februar 2008 erfolgreich abgeschlossen habe.
Die ersten Monate 2007 möchte ich am liebsten ersatzlos streichen. Erst verloren wir Gwendoline, unsere Dogge, durch schwere Epilepsie, danach Reccie, meinen über alles geliebten Boxer nach 9-monatiger Chemotherapie an Krebs und kurz danach Piccolina, unsere Flat-Coated Retriever Hündin ebenfalls an Krebs.
Aber weil ein Leben ohne Boxer für mich kein Leben ist, zog im Mai Iggy bei uns ein und spendete Trost und Freude und tut es noch immer.
Im Oktober kam dann noch Chillie dazu, eine schwarze Riesenschnauzer Hündin, die mit 1,5 Jahren nach ihrer Rettung aus einem spanischen Tierheim nach Deutschland kam, sich dort aber gar nicht sehr dankbar zeigte und ihre neuen Besitzer ordentlich zwickte und schließlich bei mir landete. Sie entwickelt sich zu einem wundervollen, arbeitsfreudigen Wegbegleiter. Was mich immer wieder in meiner Annahme bestätigt, das Hunde mit einer klaren, konsequenten und für sie verständlichen, weil hündischen Umgangsweise am besten zurecht kommen.
Anfang 2008 teilten wir unser Rudel wieder auf, Fynn und Bina, beides Pfeffer und Salz Riesenschnauzer, blieben bei ihrem Frauchen, Iggy und Chillie bei mir. Ich kann nicht von mir behaupten, jemals mit Wölfen gelebt oder sie erforscht zu haben. Ich habe aber die letzten 10 Jahre fast ausschließlich mit Hunden der verschiedensten Rassen zugebracht und sie beobachtet und habe auch in Zukunft nichts anderes vor.

 
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